DIE PARTNERAUSWAHL

Den passenden Partner
aus der Strategie heraus auswählen

Bevor die konkrete Fusion ausgestaltet werden konnte, bewertete die Stadt Tornesch mit Unterstützung von STELLWERK Energy mögliche Kooperationspartner anhand der zuvor definierten Ziele und strategischen Anforderungen. Maßgeblich war, welcher Partner die angestrebte Weiterentwicklung des Stadtwerks am besten unterstützen konnte.

Aus diesem Auswahlprozess gingen die Stadtwerke Pinneberg als bevorzugter Partner hervor. Damit war die Grundlage gelegt, die gemeinsame Perspektive zu konkretisieren und ein tragfähiges Fusionsmodell zu entwickeln.

DIE GEMEINSAME AUSGANGSFRAGE

Wie werden zwei Stadtwerke
zu einem leistungsfähigen Unternehmen?

Mit dem Eintritt in die gemeinsame Projektphase beauftragten beide Gesellschafter STELLWERK Energy mit der Begleitung des Fusionsvorhabens. Dieses gemeinsame Mandat beruhte auf dem Vertrauen beider Seiten und bildete die Grundlage für eine ausgewogene Bewertung der Interessen und Handlungsoptionen. So entstanden gemeinsam getragene Entscheidungsgrundlagen für den Zusammenschluss, die den Zielen beider Städte Rechnung trugen.

Pinneberg und Tornesch standen vor der Aufgabe, ihre Energieversorgung weiterzuentwickeln und Investitionen in Infrastruktur und Wärmewende zu ermöglichen. Im Mittelpunkt des Fusionsprojekts stand die Frage, wie ein gemeinsames Unternehmen diese Aufgaben wirtschaftlich tragfähig erfüllen und zugleich die Ziele beider Städte berücksichtigen konnte.

Dafür musste aus der grundsätzlichen Bereitschaft zur Zusammenarbeit ein konkretes Fusionsmodell werden: Welche wirtschaftlichen Vorteile waren zu erwarten? Wie sollten die Unternehmenswerte in Beteiligungsanteile übersetzt werden? Und wie ließ sich die Mitwirkung der kleineren Partnerin verlässlich absichern?

Ebenso wichtig war der Blick auf den künftigen Betrieb. Organisation, Leistungsbeziehungen, Prozesse und IT mussten zusammenpassen, damit aus dem gesellschaftsrechtlichen Zusammenschluss eine gemeinsame betriebliche Praxis entstehen konnte.

Eine Voraussetzung auf Tornescher Seite war die vorangegangene Rekommunalisierung. Diesen eigenständigen Beratungsprozess erläutert die Fallstudie Stadt Tornesch.

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FALLSTUDIE / STADTWERKE SÜDHOLSTEIN

Stadtwerke Südholstein:
Zwei Stadtwerke zusammenführen.

Wie Pinneberg und Tornesch ihre Stadtwerke fusionierten und dabei wirtschaftliche Potenziale, kommunale Mitspracherechte und die Anforderungen der betrieblichen Integration miteinander verbanden.

Stadtwerke-FusionWirtschaftlichkeit und SynergienGovernance und Integration

DER WEG ZUM ZUSAMMENSCHLUSS

Vom gemeinsamen Ziel
zur Fusion und Integration.

  1. NOVEMBER 2022

    Gemeinsame Absicht festhalten

    Nach Sondierungen verständigen sich Tornesch und Pinneberg auf die Vorbereitung des Zusammenschlusses.

  2. 2023

    Das Modell konkretisieren

    Wirtschaftliche Bewertung, Unternehmensprüfung, Verträge und organisatorische Gestaltung werden aufeinander abgestimmt.

  3. ENDE 2023

    Kommunale Entscheidungen treffen

    Die kommunalen Gremien entscheiden über den Zusammenschluss und schaffen die Grundlage für die vertragliche Umsetzung.

  4. 2024

    Die Fusion vollziehen

    Der Verschmelzungsvertrag wird im Juni beurkundet. Die wirtschaftliche Wirkung wird auf den 1. Januar 2024 zurückbezogen.

  5. AB 2024

    Gemeinsam arbeiten

    Die Stadtwerke Südholstein führen Leistungen, Prozesse und Daten zusammen. Die Integration wird zur eigenen Managementaufgabe.

UNSERE ROLLE

Das Fusionsmodell gestalten.
Den Gesamtprozess steuern.

Unsere Rolle

STELLWERK Energy begleitete die Entwicklung und Ausarbeitung der Fusion. Wir verbanden die wirtschaftliche Bewertung mit der kaufmännischen, rechtlichen und organisatorischen Gestaltung und koordinierten die Beiträge der beteiligten Fachberater.

  • Das Fusionsmodell und seine Gestaltungsoptionen entwickeln
  • Wirtschaftlichkeit und Synergien berechnen
  • Kaufmännische, rechtliche und organisatorische Eckpunkte konzipieren
  • Kommunale Abstimmung und Gremienentscheidungen vorbereiten
  • Fachberater koordinieren und ihre Ergebnisse im Gesamtprozess zusammenführen

Klare Aufgabenverteilung

Die spezialisierten Prüfungs- und Gestaltungsleistungen übernahm die EversheimStuible Unternehmensgruppe: Unternehmensbewertung, Due Diligence sowie steuerliche, rechtliche und technische Fachberatung.

Beide Städte beauftragten die Fachberatung gemeinsam. STELLWERK Energy koordinierte ihre Beiträge im Rahmen der strategischen Projektsteuerung. Die Entscheidungen lagen bei den zuständigen kommunalen und unternehmerischen Gremien; die operative Verantwortung bei der Geschäftsführung.

GESTALTUNGSFRAGEN IM ZUSAMMENHANG

Eine Entscheidung
wirkt auf die nächste.

Vier Beispiele zeigen, weshalb ein Fusionsprojekt eine übergreifende Steuerung braucht.

Unternehmenswerte und Beteiligungsverhältnis

Die Bewertung der eingebrachten Unternehmen bildet die Grundlage für die Anteile am Gemeinschaftsunternehmen. Bewertungsannahmen müssen deshalb wirtschaftlich nachvollziehbar und für beide kommunalen Gesellschafter verständlich sein.

Beteiligungsverhältnis und Mitspracherechte

Nach der Fusion hält Tornesch 17,9 % der Anteile an den Stadtwerken Südholstein; Pinneberg hält direkt und indirekt 82,1 %. Eine kleinere Beteiligung erfordert verlässliche Mitwirkungsmöglichkeiten. Informationsrechte und Zustimmungsvorbehalte bei wesentlichen Entscheidungen verbinden Mehrheitsverhältnisse mit einer tragfähigen Partnerschaft.

Unternehmensstruktur und wirtschaftliche Tragfähigkeit

Die gewählte Struktur muss zu Leistungsbeziehungen, Organisation und steuerlichen Rahmenbedingungen passen. Diese Fragen werden gemeinsam mit den jeweiligen Fachberatern entwickelt und im Gesamtmodell bewertet.

Verschmelzung und betriebliche Integration

Der gesellschaftsrechtliche Vollzug und die Zusammenführung des Betriebs sind miteinander verbunden, aber nicht mit demselben Schritt abgeschlossen. Organisation, Prozesse und Daten müssen in die gemeinsame Struktur überführt werden. Ein abgestimmter Zeitplan und klare Verantwortlichkeiten machen die Abhängigkeiten zwischen Verträgen, Fachbereichen und IT bearbeitbar.

WIRTSCHAFTLICHE PERSPEKTIVE

Mehr Spielraum
für gemeinsame Aufgaben.

Die veröffentlichte Gegenüberstellung zeigt die Ausgangswerte beider Stadtwerke im Jahr 2021 und die Planung des gemeinsamen Unternehmens für 2026.

Alle Beträge in Millionen Euro · Quelle: ZfK, Mai 2026
Kennzahl2021
Pinneberg + Tornesch
2026
Plan Südholstein
Umsatzerlöse80,183,1
Ergebnis vor Steuern*6,88,1
Investitionen14,622,4

* Ausgangsergebnis 2021 um außerordentliche Effekte bereinigt. Die Werte für 2026 sind Planwerte, keine bereits festgestellten Ergebnisse. Der Vergleich verschiedener Jahre ist kein isolierter Nachweis des Fusionseffekts.

Zur Quelle und den vertiefenden Gastbeiträgen ↓

ERFAHRUNGEN AUS DER UMSETZUNG

Die Unterschrift allein
macht noch keine Integration.

01

Datenmigration früh einplanen

Die Zusammenführung der IT und Daten führte zu Verzögerungen und zusätzlichen Aufwendungen. Datenqualität, Zuständigkeiten und Tests brauchen von Beginn an einen eigenen Arbeitsplan und ausreichende Ressourcen.

02

Kommunale Verständigung organisieren

Wirtschaftliche Vorteile ersetzen keine politische Verständigung. Ein gemeinsames Zielbild, transparente Grundlagen und verlässliche Mitspracherechte schaffen die Basis für tragfähige Entscheidungen.

03

Handlungsfähigkeit erhalten

Strategische Kontrolle und operative Führung brauchen klare Zuständigkeiten. So bleibt das gemeinsame Unternehmen auch während anspruchsvoller Umstellungen entscheidungsfähig.

GASTBEITRÄGE 2026

Erfahrungen aus erster Hand.

Die beiden Gastbeiträge von Thomas Behler, Geschäftsführer der Stadtwerke Südholstein und zuvor der Stadtwerke Pinneberg, sowie Jürgen Haneberg vertiefen die wirtschaftliche und die kommunalpolitische Perspektive.

ZfK · 11. MAI 2026

Synergien und die Herausforderung Datenmigration

Thomas Behler und Jürgen Haneberg ziehen eine Zwischenbilanz der Fusion und beschreiben Erfahrungen aus der Umsetzung.

Beitrag bei der ZfK lesen ↗

ZfK · 12. MAI 2026

Governance und Minderheitenrechte

Wie gemeinsame Ziele, verlässliche Entscheidungswege und der Schutz der kleineren Partnerin Vertrauen schaffen.

Beitrag bei der ZfK lesen ↗

PRESSEBERICHTERSTATTUNG 2022–2023

Das Projekt in der Presse.

Die damalige Berichterstattung dokumentiert den Weg von der Aufnahme der Verhandlungen bis zur Fusionsentscheidung. Zahlen und Erwartungen beziehen sich auf den jeweiligen Veröffentlichungszeitpunkt.

  1. ZfK

    Tornesch und Pinneberg wollen ihre Stadtwerke fusionieren

    Auftakt der Fusionsverhandlungen, strategische Ausgangslage und die Rolle von STELLWERK Energy bei Moderation und Koordination.

  2. Energie & Management

    Pinneberg und Tornesch verschmelzen

    Wirtschaftliche Logik des Zusammenschlusses, damals erwartete Einsparungen und vertragliche Absicherung der kleineren Partnerin.

  3. Hamburger Abendblatt

    Fulminante Fusion: Zweitgrößter Versorger im Kreis gegründet

    Die Perspektive der Bürgermeisterinnen auf kommunale Gestaltungsmöglichkeiten und die Finanzierung der Wärmewende.

  4. ZfK

    Stadtwerke-Fusion mit Signal-Charakter in Schleswig-Holstein

    Kommunalpolitische Ziele, Rückhalt in den Räten und die mehrjährige Beratungs- und Sondierungsphase unter Führung von STELLWERK Energy.

  5. energate

    Norddeutsche Stadtwerke fusionieren

    Der beschlossene Zusammenschluss der Stadtwerke und die Begleitung der Umsetzung durch STELLWERK Energy.

Die Links führen zu den Originalbeiträgen der Verlage. Einzelne Artikel können ein Abonnement erfordern.

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